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  • Markus Baier

Wir alle sind gefordert

Aktualisiert: 11. Dez 2020

Heute lag die sogenannte „Inzidenz“, also der Durchschnitt der Infektionen der letzten 7 Tage umgerechnet auf 100.000 Personen der Bevölkerung in Lippe erstmals über 300, in Lemgo über 200. In Lippe ist der Pandemieverlauf daher im gesamten Bundesland am schlechtesten. Lippe ist leider trauriger Spitzenreite in NRW. Woran das liegt, darüber wird viel spekuliert. Anzunehmen ist aber, dass es eher keine Einrichtungen sind, die Hygienekonzepte mit Abstand und Maskenpflicht umsetzen und sich daran halten, wie zum Beispiel unsere Kirchengemeinden in Lemgo.

Dennoch haben wir ein erhebliches Infektionsgeschehen, was quasi „in der Fläche“ ist. Man sieht es an anderen Orten was passiert: wenn diese Infektionen in eine Einrichtung übergreifen, wo insbesondere Menschen mit höherem Alter wohnen, dann kann es dramatisch werden.

Mich machen die deutlichen Todeszahlen in einzelnen Senioreneinrichtungen auf jeden Fall sehr betroffen. Wenn eine ganze Fußballmannschaft innerhalb kurzer Zeit sterben würde, wie die Mannschaft von Chapecoense vor einigen Jahren, wäre die allgemeine Betroffenheit groß. Der Tod von viel mehr Senioren täglich in unserem Land darf uns nicht weniger berühren.

Dieses Virus ist wirklich kein Schnupfen oder ein leichte Grippe. Es ist sehr ernst zu nehmen. In unseren Köpfen verblassen leider langsam die Bilder von Krankenschwestern und –pflegern, von Ärzten und Helfern im Schichtdienst, die Coronapatienten behandeln. Leider haben wir uns an die Situation zu sehr gewöhnt, weil sie ständig präsent ist. Das ist gefährlich, weil die Gefahr besteht, dass wir die Prioritäten aus den Augen verlieren.

Der Verlauf der Pandemie hat dazu geführt, dass vom Bund über das Land NRW bis zum Kreis Lippe und auch in den Kommunen alle sich Gedanken machen, welche Maßnahmen eine Verringerung der Ansteckungszahlen mit sich bringen kann. Es ist nicht einfach, die Strukturen von 16 Kommunen im Kreis und 416 Städte und Gemeinden im Land NRW in eine Verordnung zu führen, die 100 % passt. Klar ist, dass Maßnahmen nur wirken können, wenn damit tatsächlich Kontakte reduziert werden und diese keine Verdrängungseffekte herbeiführen. Die Menschen müssen die Regeln nachvollziehen können. Daher ist eine Klarheit und weitestgehende Einheitlichkeit bedeutend.

Ich möchte daher noch einmal daran erinnern, dass wir uns immer an die Hygieneregeln und Vorschriften wie zum Beispiel die Maskenpflicht in Bussen oder der Fußgängerzone etc. halten. Gleichzeitig sollte es uns sehr wichtig sein, eine Vorsicht auch darüber hinaus walten zu lassen. Denn nicht alles, was erlaubt ist, ist ungefährlich.

Daher möchte ich Ihnen nahelegen, auch im Privaten Ihre Kontakte ehrlich gegenüber sich selber zu hinterfragen. Bitte helfen Sie auch zu Hause mit, sich selbst und andere, Ihre Eltern und Großeltern, zu schützen. Der Winter dauert noch Monate und die, hoffentlich die Situation verändernde, Impfung wird auch einige Zeit andauern. Daher sind wir alle auf gegenseitige Solidarität angewiesen, um möglichst viel Normalität im Leben, wirtschaftliche Betätigung und Freizeitaktivitäten zu erhalten.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe – bleiben Sie gesund!




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