13 Punkte ab dem 13. September:

Wirtschaft. Lemgo hat sich in den vergangenen zehn Jahren hervorragend entwickelt. Über 2000 neue Arbeitsplätze sind entstanden. Durch diese wirtschaftliche Stärke und die Steuerkraft konnte in Lemgo viel für die Attraktivität der Stadt und die Lebensqualität getan werden. Um diese Entwicklung nach der Corona-Krise fortführen zu können, benötigen wir gute Rahmenbedingungen für unseren Mittelstand: Gewerbe- und Industrieflächen, eine gute Verkehrsanbindung und eine starke Wirtschaftsförderung.

Lebensqualität. Die historische Innenstadt mit ihrem Einzelhandel und dem vielfältigen Kulturangebot bietet ideale Lebensbedingungen und ist ein Aushängeschild für Lemgo. Hier muss auch weiterhin ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung liegen, da wir viele Strukturen nach der Krise wieder aufbauen müssen. Daneben zeigt der Auenpark, wie gut eine ökologische Landschaftsentwicklung mit hohem Freizeitwert zu vereinbaren ist. Hier sollten weitere Projekte folgen, beispielsweise am Biesterberg.

Sozial und mit Herz agieren. Die Alte Hansestadt Lemgo hat eine lange Tradition der sozialen Fürsorge für Menschen, die etwas mehr Hilfe benötigen. Die Zusammenarbeit der Stadt mit den Einrichtungen für gehandicapte Menschen und Institutionen wie der Flüchtlingshilfe funktioniert hervorragend. Ein offenes und fürsorgliches Lemgo, das wünsche ich mir auch in Zukunft.

Verkehr. Wir leben in einem ländlichen Raum, der jedoch bereits stark verdichtet ist. Lemgo hat durch seine Wirtschaftskraft einen Einpendlerüberschuss. Daher brauchen wir Verkehrskonzepte, die alle Verkehrsarten berücksichtigen. Verbesserungen des Schienennahverkehrs mit besserem Takt Richtung Bielefeld, aber auch Untersuchungen zu Zukunftsvisionen Richtung Osten halte ich für dringend notwendig. Auch den Stadtbus müssen wir in die Zukunft denken: Gibt es bezahlbare Möglichkeiten, die Dörfer besser einzubinden? Das gilt es zu prüfen. Unsere fahrradfreundliche Stadt sollten wir ausbauen. Und für den Individualverkehr mit dem Auto brauchen wir die Nordumgehung zur Entlastung der Bewohner/innen an den Staustrecken sowie intelligente Konzepte für Elektromobilität und andere Energieformen.

Wohnen. In Lemgo wurden in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Wohnungen gebaut. Dennoch blieb die Nachfrage höher als das Angebot. Nach "Corona" wird der Immobilienmarkt ein anderer sein. Mit den auf den Weg gebrachten Bebauungsplänen für die Südschule, den Pöstenweg, Wilmersiek und weiteren ist der Wohnungsmarkt vorerst weitgehend abgedeckt. Was noch fehlt, sind günstige Wohnungen für Menschen, die sich keine hohen Mieten leisten können. Daher muss der soziale Wohnungsbau wieder aktiviert werden, gegebenenfalls auch durch weitere finanzielle oder steuerliche Anreize.

Beteiligen. Wenn viele Ideen zusammen kommen, ist das Ergebnis besser. Die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger durch moderne Prozesse ist daher für eine erfolgreiche Stadtentwicklung ein Erfolgsfaktor. Ich möchte unsere Stadt durch Information, Transparenz und Bürgerbeteiligung wie zum Beispiel Planungswerkstätten gemeinsam mit Ihnen gestalten. Die Projekte „Mittelstraße“ und „Innovation Campus“ haben gezeigt, dass überragende Ergebnisse zum Wohle aller erzielt werden können.

Dorfentwicklung. Starke Dörfer haben eine eigene Identität. Das LEADER-Programm und die von der Stadt unterstützten Ehrenamtsprojekte und Dorfwerkstätten haben positive Auswirkungen auf die Lebensqualität. Digitalisierung und moderne Mobilität können ebenfalls dazu beitragen. Eine Untersuchung zum Thema „Wohnen auf dem Dorf“ soll durchgeführt werden. Dass es sich in Lemgos Dörfern genauso gut lebt wie in der Stadt - das muss das Ziel sein.

Digitalisierung. Unsere Welt verändert sich gerade rasant. Die Digitalisierung zieht mehr und mehr nicht nur in das Berufsleben ein, sondern auch in unser Privatleben. Wir müssen diese Entwicklung menschengerecht gestalten. Wir sollten die Vorteile nutzen, zum Beispiel als moderne Dienstleistungsverwaltung. Ich möchte aber auch dafür sorgen, dass weiterhin Menschen für Menschen da sind, so dass individuelle, persönliche Hilfe überall dort gewährleistet ist, wo sie benötigt wird.

Innovation Campus Lemgo. Am Lüttfeld und an der Campusallee entwickelt sich das wichtigste Zukunftsprojekt unserer Stadt. Die Wirkungskette zwischen Bildung/Ausbildung, Forschung und Wirtschaft in den Zukunftsthemen der Industrie 4.0 schafft nicht nur beste Studienmöglichkeiten für junge Menschen, sondern auch hochwertige Arbeitsplätze vor Ort. Ich möchte diese Entwicklung weiter mit voller Kraft unterstützen. Dazu gehört es zu den Aufgaben der Stadt, für die Infrastruktur von Hochschule, Forschungseinrichtungen, Berufsschulen und Unternehmen zu sorgen – mit Außenanlagen, Straßen und einem zweiten Parkhaus, um ein innovatives Verkehrskonzept umsetzen zu können.

Kultur. Lemgo hat eine hochwertige Kulturlandschaft, die es zu erhalten gilt: sehr gute Museen mit aktuellem Angebot, die städtische Galerie Eichenmüllerhaus, den Sommertreff, den Staff-Park, das Stattgespräch im Bahnhof sowie viele andere kleine und große private und öffentliche Initiativen. Ein reichhaltiges Angebot. Alle Menschen sollen vom Kulturangebot profitieren. Daher gilt es, auch junge und freie Kunst zu fördern, auch die sogenannte "Subkultur", da diese mit wenig Mitteln ein vielfältiges Angebot für alle Geschmäcker liefern kann. Ein Forum für Jugendkultur wäre ein guter Anfang.

Bildung. Die Schullandschaft Lemgos ist herausragend. Durch Millioneninvestitionen in die Schulen sind sie auch baulich in einem guten Zustand. Die Digitalisierung ist auch hier die Herausforderung, die mit Elan angegangen werden muss. Auch in den nächsten Jahren soll ein Schwerpunkt der städtischen Investitionen auf der Schullandschaft und bei den Kindergärten liegen. Die Technische Hochschule ist auf einem sehr guten Weg und mit ihren Studienangeboten in Zukunftsthemen wegweisend. Die Volkshochschule möchte ich bei ihrem Umbauprozess unterstützen, damit weiter ein hervorragendes außerschulisches Angebot zur Bildung besteht.

Junge Menschen. Unsere Zukunft sind die jungen Menschen. Ich möchte sie für ihre Stadt begeistern, so dass sie nach ihrer Ausbildung im In-oder Ausland in ihre Heimat zurückkommen. Das Jugendforum ist ein guter Start, den es weiter auszubauen gilt. Freizeit- und Sportangebote an der Bega sind ein weiterer Baustein. Wir müssen uns aber darüber hinaus fragen: Was wünschen sich Jugendliche und junge Erwachsene in Lemgo und uns für diese Bedarfe einsetzen.

Klimaschutz. Das Weltklima wandelt sich. Um diesem Prozess positiv entgegenzuwirken, können wir auch vor Ort etwas tun. Lemgo ist bereits Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Während in Deutschland durchschnittlich 9,5 t CO2 pro Jahr und Person anfallen, sind es in Lemgo knapp 7 Tonnen. Durch technische Innovationen, innovative Stadtwerke, eine multimodale Verkehrspolitik und viele ökologisch sinnvolle Maßnahmen haben wir das erreicht. Klimaschutz muss in Lemgo weiter erfolgreich betrieben werden, und das geht unideologisch und pragmatisch am wirkungsvollsten.

(c) 2020 Markus Baier