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  • Markus Baier

Wichtige Weichenstellungen

Vor den Sommerferien und vor Weihnachten ist in Bau-Ausschüssen meistens viel los. Das liegt daran, dass vor Sitzungspausen notwendige Verfahrensschritte zu Bebauungsplänen eingebracht werden, welche die Verwaltung dann weiter bearbeiten kann. So auch bei uns.


Auf dem Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung am 16.06. werden zu vielfältigen Themen Pläne weiter beraten. Beim Wohnen kann der Plan Wilmersiek/Vogelsang mit einer Mischung aus Mehr- und Einfamilienhäusern dem Rat empfohlen werden. Beim Pöstenhof mit Reihen- und Einzel-Einfamilienhäusern im Innenblock kann nun die Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet werden. Schön ist, dass bei beiden Plänen bereits das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Anwendung finden kann. Mit der Eigentümerschaft hat es die Stadt in der Hand, die Grundstücke zu fairen Preisen weiter zu veräußern und dabei den geförderten Wohnungsbau zu berücksichtigen, sobald der Rat die Pläne beschlossen hat.


Für den Einzelhandel in Brake an der Wasserfurche kann auch die Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen werden. Die Abstimmungen der Verwaltung mit dem Investor sind weit gediehen, jetzt sind die Bürger/innen für zusätzliche Anregungen und Hinweise gefragt.


Besonders wichtig für die Stadtentwicklung Lemgos sind zudem zwei Pläne, die eine bekannte Entwicklung in Lemgo ermöglichen sollen. Beim Innovation Campus Lemgo, rund um die Technische Hochschule OWL, sind Anpassungen der Plangrundlagen notwendig, um das Baurecht für die nächsten Schritte zu schaffen.


Plan Nummer 1 bezieht sich auf das Kerngelände der Hochschule. Das sogenannte "Laborgebäude" aus der Entstehungszeit ist so mit Schadstoffen belastet, dass es nicht saniert werden kann. Hier sollen zwei Ersatzgebäude entstehen - eines an der Liebigstraße, eines an der Bunsenstraße - welche die Funktionen aufnehmen. Eine Änderung des Bebauungsplanes wird notwendig, damit diese Gebäude in neuen Baugrenzen errichtet werden sollen. Aufgrund des neuen Denkmalschutzes für das Hauptgebäude (Bild) müssen nämlich auf dem Gelände großzügige Sichtachsen stattdessen frei gehalten werden. Der zweite Plan betrifft einen Standort an der Liebigstraße für weitere Gebäude der Hochschule und ein zukünftiges Parkhaus II. Das Parkhaus II war im Masterplanverfahren schon öffentlicher Teil der Überlegungen. Es wird nicht heute oder morgen gebaut werden. Jedoch ist es das Ziel des Masterplanes, Fläche auf dem Campus, die mit Autos bestanden sind, frei zu bekommen. Die Autos sollen gestapelt am Rand des Campus unterkommen, damit sie weniger Fläche verbrauchen und eine grüne Gestaltung ermöglicht werden kann. Es kann auch Parkplätze aufnehmen, deren Bedarf durch die ganzen zusätzlichen Neubauten entstehen, z.B. den Innovation Spin als Leuchtturmprojekt der Regionale 2022. Der Masterplan sieht ein innovatives Verkehrskonzept vor, dass stark auf ÖPNV, Fahrradnutzung und weniger Parkplätze als normal angenommen setzt. Momentan kommen jedoch mehr als 2/3 der Studierenden, viele Berufsschüler und die meisten Angestellten der (Hoch-)schulen mit dem Pkw. Das soll sich verbessern, wird aber nicht von heute auf morgen geschehen und bei uns im ländlichen Raum werden wir noch viele Jahrzehnte auf individuelle Mobilität angewiesen sein. Von Veranstaltungen in der Phoenix-Contact-Arena oder der Hochschule und anderer ganz zu schweigen. Daher kann man nicht einfach auf Parkplätze verzichten, möchte man kein Chaos in den umliegenden Wohngebieten anrichten. Der Rat hat für das Gelände eine progressive Stellplatzsatzung erlassen, die z.B. 30% ÖPNV-Abschlag für die Errichtung von Parkplätzen enthält. Es wäre eine kluge Entscheidung, die nach allen Abzügen und auch durch die Neuordnung auf dem Campus verbliebenen Stellplätze am Rand des Gebietes unterzubringen, gerade im Sinne einer verkehrsberuhigenden und den Umweltverbund stärkenden Verkehrspolitik. Da bisher alle Fraktionen hinter dem Innovation Campus standen, hoffe ich, dass sie dies auch weiter tun und morgen zum Ausdruck bringen.



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