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  • Markus Baier

Besuch beim Fraunhofer-Institut


Das Fraunhofer-Gebäude ist zurzeit das jüngste Haus auf dem Innovation Campus Lemgo. Mittlerweile arbeiten 87 Menschen an den Projekten unserer Zukunft darin, meist Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo werden vielfältige Wissenschaftsbereiche abgedeckt: Intelligente Sensorsysteme, Maschinelles Lernen, Assistenzsysteme, Cybersicherheit und Produktion, Industrielle Kommunikation, Smart Cities und Big Data Plattformen. Das klingt alles sehr abstrakt, hat aber einen direkten Bezug zu Unternehmen und Ihren Arbeitsabläufen und/oder direkt zu unserer Umwelt und unserem Leben.

Ein Beispiel möchte ich gerne geben, da ich nicht nur als interessierter Lemgoer damit beschäftigt war, sondern auch als Kuratoriumsmitglied einer Stiftung, die sich um die Verbesserung des Lebens behinderter Menschen und einer Werkstatt für Behinderte kümmert. Fraunhofer hat hier ein Assistenzsystem entwickelt, das bereits heute schon in der Produktion hochwertiger Elektronikkomponenten eingesetzt wird. Der Computer hilft, dass Bauteile richtig gesteckt werden und dass Arbeitsabläufe an den jeweiligen Menschen angepasst in der richtigen Geschwindigkeit ablaufen, ohne dass der Kollege oder die Kollegin nebenan gestört werden. Das geschieht mittels optischer Hinweise und Hilfen. Die Arbeiter/innen werden so in die Lage gesetzt, wirklich hochwertige Produkte zu fertigen, die gebraucht werden. Das erfüllt sie mit großem Stolz, sie arbeiten gerne in einer modernen und aktuellen Umgebung, sie fühlen sich als selbstverständlicher und wichtigster Teil der Firma, was sie auch sind.

Vom Dach des Gebäudes aus, auf das noch eine große Photovoltaikanlage kommen soll, sieht man die Entwicklung des Innovation Campus Lemgo mit den aktuellen Baustellen. Zurzeit wird der Innovation Spin gebaut. Ein Gebäude, wo Berufsbildung, Handwerk und Hochschule/Wissenschaft zusammenkommen und zusammenarbeiten soll. Ein Gebäude für die Durchgängigkeit von Bildungsketten. Für die Zusammenarbeit von Handwerksberufen mit Firmen und Wissenschaftlern. Dieser hoch soziale Ansatz, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt, kommt viel zu kurz in der Diskussion. Wir sollten viel mehr über die Inhalte beim Innovation Campus sprechen.

Oder auch über die ökologischen Ansätze, die ärgerlicherweise verzerrt dargestellt werden. Hier einige Beispiele: Das Wäldchen wird als „kleiner Urwald“ erhalten und mit kleinen Eingriffen als Erholungsfläche nutzbar gemacht, ohne die Tierwelt zu vertreiben. Durch die Regenrückhaltung als natürlicher Ausbau wird die vorübergehende Vernässung erhöht und die Biotopfunktion noch gestärkt. Flächige, ebenerdige Stellplätze sollen platzsparend in Parkhäusern untergebracht werden, auf die Bequemlichkeit für den Autofahrer mit einem Parkplatz vor der Tür soll bewusst verzichtet werden. Und die „Verkehrswende“ ist in der Stellplatzsatzung bereits eingepreist worden: Es gibt 30% Abschlag für zu errichtende Parkplätze für Neubauten aufgrund der ÖPNV-Anbindung. Es müssen also deutlich weniger Parkplätze als normal notwendig gebaut werden. Insgesamt wird das Areal viel grüner: Aus einer Hochschule mit Parkplatz wird ein Campus mit Erholungsflächen und Grünzonen, der dadurch auch für die Bewohnerschaft drum herum nutzbar wird.

Mit Daniel Christman-Brunsiek (CDU-Stadtratskandidat) habe ich mir die aktuellen Baustellen, das Fraunhofer Gebäude und die Smart Factory und vor allem die darin geleistete Arbeit nochmal genau angesehen. Wir waren uns einig, dass viel mehr Lemgoerinnen und Lemgoer sich vor Ort von der Leistungsfähigkeit dieser Einrichtungen und dem gesamten Hochschulumfeld überzeugen sollten. Oft wird nur mit Halbwissen argumentiert, von den irreführenden Aussagen mancher Flugblätter oder Leserbriefschreiber gar nicht zu sprechen. Daher unser Aufruf: Informieren Sie sich vor Ort. Wir beiden waren uns einig, dass hier das wichtigste Zukunftsprojekt Lemgos entsteht. Es werden gute Arbeitsplätze geschaffen. Das Umfeld wird deutlich aufgewertet. Es wird ein großer Anreiz für junge Lemgoerinnen und Lemgoer geschaffen, hier in der Heimat zu bleiben oder nach der Ausbildung oder dem Studium zurück zu kehren.

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