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  • Markus Baier

3 Tage im Amt

Sonntag Früh hat meine Amtszeit begonnen. Vielleicht werden Sie sich fragen, was ein Bürgermeister in den ersten drei Tagen so macht. Ich verrate es Ihnen gerne. Zum einen natürlich, eine große Ehre und Verantwortung verspüren. Unsere Alte Hansestadt hat mit ihren Menschen das beste und viel gute und intensive Arbeit verdient. Da passt es gut, dass mir meine Frau ohnehin bescheinigt, ein kleiner Workoholic zu sein und ich das offensichtlich so brauche. Weil es ja auch Freude macht, zum Beispiel am Sonntag für die Gemeinde St. Marien ein Grußwort von Rat und Verwaltung im Gottesdienst zu sprechen. Seit 700 Jahren wirkt die Gemeinde in Lemgo und setzt positive Impulse in der Kultur, der Gemeinschaft und der und sozialen Fürsorge. Da war es schon schön, dass wir obgleich unter Corona-Bedingungen und mit großem Abstand und Masken, noch eine kleine Feierlichkeit durchführen konnten. Ich hoffe, dass wirklich viel von dem Ausgefallenen in 2021 nachgeholt werden kann. Als Bürgermeister bin ich zugleich Chef der Verwaltung. Mit den Kolleginnen und Kollegen vom Verwaltungsvorstand haben wir dann gleich überlegt, wie wir die Regelungen der Corona-Schutzverordnung des Wochenendes für Besucher und Mitarbeiter/innen übersetzen müssen. Wir wollen weiter als Dienstleister für Sie da sein. Neben den Schutzmaßnahmen (Masken im den Verwaltungsgebäuden etc.) ist auch die Terminvereinbarung wichtig, da aufgrund der mobilen Arbeitsplätze nicht immer alle im Büro sein sollten. Corona bestimmt natürlich auch das öffentliche Leben. Was wir als Kommune hier regeln müssen, besprechen wir im SAE, dem Stab für außerordentliche Ereignisse. Hier ist beispielsweise auch die Feuerwehr und die Polizei mit an Bord. Wir müssen uns jetzt alle an die neuen Regeln halten, um die 2. Welle an Infektionen zu brechen - damit es nicht zu einer Überlastung unseres Gesundheitssystems führt. Die bisherigen AHA+L-Regeln haben das offenbar nicht geschafft. Daher werden wir auch die ein oder andere Kontrolle durchführen müssen, damit die Kontakt-Regeln auch wirklich befolgt werden. Veranstaltungen sind leider nicht erlaubt bis Ende November, das trifft auch traditionelle Veranstaltungen wie den Volkstrauertag oder den 9. November. Mir sind diese Veranstaltungen sehr wichtig, wie auch vielen weiteren Demokratinnen und Demokraten in Lemgo. An den Holocaust, an Krieg, Flucht und Vertreibung zu erinnern, bleibt für uns in Deutschland eine große Verantwortung. Daher werden wir in diesem Jahr versuchen, neue Wege zu gehen und digitale Formate ersatzweise anbieten. Vielleicht erreichen wir dadurch auch ein paar andere Menschen. Im nächsten Jahr wollen wir aber auf jeden Fall wieder die wichtigen und würdevollen traditionellen Veranstaltungen begehen. Der Rat hat am Montag Abend dann das erste Mal in der neuen Periode getagt. Ich wurde vereidigt und durfte dann die Ratsmitglieder vereidigen. Wir alle werden für die Bürgerinnen und Bürger und der Stadt das Beste suchen. Ich freue mich über drei mit großer Mehrheit gewählten Stellvertreter/innen, welche mich bei den repräsentativen Aufgaben unterstützen. Und dass die Ausschüsse einstimmig gebildet wurden. Ein gelungener Auftakt für den neuen Rat. Aber auch zu Sachthemen konnte ich einige Termin wahr nehmen. Im Klimaschutz interessiert sich das Bundesbauministerium für unsere Projekt "Klimaneutrale Historische Innenstadt", per Videokonferenz waren Stadtplanung, unsere Stadtwerke mit den begleitenden Büros zusammen geschaltet. Überhaupt läuft zurzeit viel über den Bildschirm und das funktioniert oft erstaunlich gut, wenn auch nicht für jede Art der Kommunikation. Bei unserem Projekt "Stadtgesellschaft im Denkmal" haben wir uns auf die gleiche Art zum weiteren Vorgehen ausgetauscht. Dazwischen viele Gespräche und Mails mit verschiedenen Geschäftsbereichen und Partner, um Themen abzustimmen, Entscheidungen zu treffen oder Projekte vorzubereiten. Bürgermeister zu sein ist sehr vielfältig und man geht jeden Abend nach Hause mit dem Gefühl, etwas für die Menschen der Stadt getan zu haben. Daher macht der Beruf auch so viel Freude. Wenn die Vorbereitungen für die Ratsarbeit getroffen sind, hoffe ich, schnell auch mit Ihnen in Bürgersprechstunden und hoffentlich möglichen und zulässigen Veranstaltungen noch mehr in Kontakt zu kommen, um die Ideen und Wünsche aller Lemgoerinnen und Lemgoer aufzunehmen. Ich würde mich freuen, wenn Sie ein Interesse für die Arbeit der Verwaltung und der Fraktionen im Rat haben, die sich ehrenamtlich die Zeit nehmen und die Verantwortung tragen.


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